Bürgerentscheid und Ratsbegehren in der Stadt Fürstenfeldbruck am 18.01.2026
Die Bürger der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck sind am Sonntag, 18.01.2026 aufgerufen, sich hinsichtlich der Frage nach dem künftigen Verlauf der B2 zu äußern. Aufgrund des frühen Termins im neuen Jahr wurden, um jedem – sogar trotz Weihnachtsurlaub – die Teilnahme zu ermöglichen, allen Wahlberechtigten unaufgefordert Briefwahlunterlagen zugeschickt, egal ob von den einzelnen Briefwahl oder eine Abstimmung im Wahllokal bevorzugt wird. Damit dürfte wohl sichergestellt sein, dass eine ausreichende Wahlbeteiligung gegeben ist.
Grundsätzlich wird schon seit Jahrzehnten über mögliche B2-Trassen durch die Stadt diskutiert. Es gab Bürgerentscheide 2008 und 2009 über einen dritte Amperquerung. Schon im Jahr 2016 gab es einen Antrag der SPD, die B2 auf die LKW-Route zu verlegen.
Im Mai 2025 wurden im Stadtrat mehrere Entscheidungen zur B2 getroffen, unter anderem hat eine Mehrheit die Verlegung der B2 auf die bestehende LKW-Route entschlossen, dazu eine Machbarkeitsstudie über eine 3. Amperquerung, für eine neue B2 Route.
Der Bürgerentscheid war eine Reaktion auf diesen Beschluss und erreichte mit ausreichend Unterschriften die Zulässigkeit. Dagegen stellte der Stadtrat das Ratsbegehren.
Wer sich dennoch informieren möchte, hat hier mehrere Möglichkeiten. Am Donnerstag, den 08.01.2026 gibt es z.B. um 17:30 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Tenne des Veranstaltungsforums, danach um 19:00 eine Diskussion.
Da die Bürger sich zwischen dem Bürgerbegehren der Bürgerinitiative ‚Verbleib der B2 in der Innenstadt‘ und dem Ratsbegehren der Mehrheit des Stadtrates ‚Verlegung der B2 aus der Innenstadt‘ entscheiden können, gibt es von beiden Seiten jeweils eine Homepage zum Thema.
Zusätzlich besteht über die Brucker Stadtgespräche eine weitere Informationsmöglichkeit – von der die Bürgerinitiative sicherlich weniger begeistert sein dürfte, da hier zwar Neutralität vermittelt werden soll, aber dennoch das Ratsbegehren gestützt wird. https://brucker-stadtgespraeche.de/zukunft-der-b2/
Auch wir als VCD Kreisverband für Fürstenfeldbruck und Starnberg positionieren uns eindeutig für das Ratsbegehren! Denn wenn man hinsichtlich der Steuerung des Straßenverkehrs in der Altstadt als Stadtrat selbst das Ruder in die Hand bekommen will, führt an einer Verlegung der B2 aus der Innenstadt kein Weg vorbei – ganz egal welche Maßnahmen später folgen werden. Nur so ist auch eine Verkehrswende möglich. Wer sich dagegen für eine Verbleib der B2 in der Innenstadt ausspricht, lässt zu, dass ein externes Straßenbauamt die verkehrlichen Dinge in Brucks Wohnzimmer regelt – sicherlich oftmals entgegen der Wünsche der Stadt.
Der aktuelle Bürgerentscheid gegen die Verlegung der B2 begründet dies hauptsächlich damit, eine dritte Amperquerung auf Kosten des Bundes würde mit der Verlegung unrealistisch.
- Für eine dritte Amperquerung und eine Umfahrung der Brucker Innenstadt wird immer auch ein Tunnel benötigt werden. Eine Realisierung würde damit kürzetens 20, eher aber 40 Jahre dauern. Die Entwicklung der Innenstadt wäre über diesen Zeitraum blockiert.
- Die Kosten für so eine Lösung wären in anderen Verkehrsprojekten (z. B. S4-Ausbau) besser angelegt.
- Die aktuelle Schwerlasttrasse mit dem Umweg wirkt positiv, denn entsprechend niedrig ist der Anteil an Schwerlastverkehr (4-5%). Eine kurze Route durch die Stadt würde neuen Verkehr anziehen, auch neuen Schwerlastverkehr.
- Seit Jahren ist die Situation für Fußgänger und Radfahrer sowohl in der Fürstenfelder-, Oskar-von-Miller-Straße unzulänglich, wie auch auf der Augsburger-, Haupt-und Münchner-Straße. Eine Verlegung der B2 bietet Chancen dieses in naher Zukunft zu verbessern.






